Drei Generationen auf einem Bild: Grossmutter, Mutter und Tochter

Tinnitus

Rauschen, Piepen, Klingeln oder Pfeifen im Ohr. Das ist Tinnitus – Klang in den Ohren, welches jede Person nur für sich hören kann. Für manche Menschen hat es enorme Auswirkungen auf das tägliche Leben und verursacht Stress, Angst, Ärger und Schlafprobleme. Die Ohrengeräusche sind nicht heilbar, aber Sie können lernen mit dem Problem umzugehen.

Uns liegt eine ehrliche und gute Beratung am Herzen. Deshalb finden Sie im Folgenden alle wichtigen Fragen rund um Tinnitus. Klicken Sie auf die Titel, die Sie interessieren, um direkt auf die relevanten Abschnitte zu gelangen:

Tinnitus wird oft als ein kontinuierlicher Klang ohne objektive Schallquelle beschrieben. Symptome werden als ein Klingeln oder Rauschen wahrgenommen, wie zum Beispiel, wenn der Fernseher nicht richtig ausgeschaltet ist.

Europaweit leiden rund 42 Millionen Menschen unter chronischen Tinnitus. In der Schweiz sind ungefähr 1 Million Menschen betroffen und rund 30'000 dürften therapiebedürftig sein. *

Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das durch Ohrverletzungen oder Hörverlust verursacht wird. Auch wenn andere Menschen es nicht hören, ist Tinnitus kein imaginäres Rauschen in den Ohren.

Die Ohrengeräusche variieren in ihrer Schwere. Obwohl viele Menschen eine milde Form haben, können sie einen grossen Einfluss auf die Lebensqualität haben. Die Symptome unterscheiden sich von Person zu Person. Deshalb gibt es keine einheitliche Behandlungsmethode.

Tinnitus ist grundsätzlich nicht gefährlich und verursacht keine körperlichen Schäden und kann einseitig oder beidseitig vorkommen. Es gibt also kein Grund zur Unruhe. Mit etwas Übung und einigen Methoden können Sie lernen die Ohrengeräusche (fast) nicht mehr wahrzunehmen.


*Quelle:


Wie entsteht Tinnitus?

Ein gesundes Innenohr besteht aus ungefähr 19'000 Haarzellen, die den Schall vom Ohr auf den Hörnerv und das Gehirn übertragen. Bei einem Lärmtrauma oder weiteren Ursachen, werden die Haarzellen beschädigt und können den Schall nicht mehr weiterleiten. Tinnitus entsteht somit im Gehirn und nicht im Ohr.

Obwohl es noch keine belegten Studien gibt, sind sich die Experten einig, dass das Ohrenpfeifen viele Ursachen hat.

Übermässiger Lärm, der die winzigen Haarzellen im Innenohr schädigt, ist die meistvorkommende Ursache. Wenn Sie in einer lauten Umgebung und ohne Gehörschutz arbeiten, laufen Sie Gefahr, Tinnitus oder einen Hörverlust zu entwickeln. Je lauter der Lärm und je länger Sie ihm ausgesetzt sind, desto grösser das Risiko, Ihr Gehör zu schädigen.

Denken Sie daran: Bei Aktivitäten mit hoher Lärmbelastung (zum Beispiel bei Rockkonzerten, Jagen oder Feuerwerken), empfehlen wir Ihr Gehör mit einem Gehörschutz zu schützen.

Individuell angepassten Gehörschutz finden Sie in Ihrem Audika Hörcenter:

Selbst die Verwendung von Kopfhörern beim Musikhören kann bei hoher Lautstärke zu einem Tinnitus und Hörverlust führen. Durch die Zunahme von lautem Musikhören mit Kopfhörern, fallen vermehrt junge Menschen dem Tinnitus zu Opfer.

Tinnitus kommt in jedem Alter vor, die Häufigkeit nimmt aber im Alter zu. In den letzten Jahren sind vermehrt emotionale Ereignisse und Stresssituationen als Ursachen bekannt geworden.

Folgende Ursachen für Ohrengeräusche sind heute bekannt:

  • Starke Lärmbelastung

    Langfristige Lärmaussetzung führen zu Tinnitus und Hörverlust. Aber auch kurze und sehr laute Töne können Ohrenpfeifen erzeugen.

  • Übermässiges Musikhören durch Kopfhörer

    Kopfhörer können das Gehör beeinträchtigen und Haarzellen beschädigen.

  • Hörverlust, Hörsturz & Schwerhörigkeit

    Beim Hörverlust sind Teile des Innenohrs verletzt, die auch auf den Tinnitus Einfluss haben können.

  • Emotionale Konflikte, Stress und Angst

    Stress und Angst haben Auswirkungen auf den ganzen Körper. So auch auf unser Gehör. Durch den hohen Stresspegel können Ohrengeräusche auftreten.

  • Bluthochdruck

    Bluthochdruck und andere Krankheiten können ein Ohrenpfeifen auslösen.

  • Erkrankungen im Mittel- oder Innenohr

    Entzündungen und Erkrankungen im Ohr können die Haarzellen schädigen und ein Ohrenrauschen befördern.

  • Nebenwirkungen einige Medikamente

    Einige Medikamente, wie zum Beispiel Antibiotikum, können das Gehör schädigen.

  • Zähneknirschen oder Kieferfehlstellung

    Übermässiges Zähneknirschen oder eine Kieferfehlstellung können Auswirkungen auf das Ohr haben.

  • Rauchen & übermässiger Alkohol

    Das Rauchen, der Alkohol und der Konsum von Drogen können die Sauerstoffzufuhr verengen.

  • Alterung

    Beim Älterwerden verschlechtert sich das Gehör automatisch was zu einem vermehrten Tinnitus-Vorfall kommt.

  • Tauchunfälle und Unfälle generell

    Je nach Grad des Unfalls, kann es zu Ohrenpfeifen kommen.

Akut oder chronisch – Formen von Tinnitus

Unterschieden wird zwischen einem akuten und chronischen Tinnitus. Der Unterschied liegt in der Zeitspanne des Ohrenpfeifens.

Akuter Tinnitus verschwindet in einem Zeitraum von ungefähr drei Monaten. Von einem chronischen Tinnitus hingegen spricht man, wenn das Rauschen länger als ein Jahr anhält.

Tinnitus Behandlungen und Heilung

Während der grösste Teil der Menschen gut mit Tinnitus auskommt, fühlen sind dennoch ungefähr 8%** der Bevölkerung durch das Ohrenpfeifen im Alltag belästigt und/oder weisen Schlafstörungen auf.

Heilung kann individuell verstanden werden:

  • als das Verschwinden des Ohrenpfeifens oder
  • wenn keine Belastung mehr besteht (zum Beispiel durch das Ignorieren von Ohrengeräuschen).

Obwohl das Ohrenpfeifen weltweit verbreitet ist, gibt es noch keine sichere Methode zur Behandlung oder Heilung.

Akuter Tinnitus wird oft durch Stressabbau, Entspannung, Schlafhygiene und zum Teil durch Zuckerlösung-Infusionen gelindert und behandelt.

Bei einem chronischen Tinnitus werden folgende Behandlungsmethoden empfohlen:

Klangtherapie

Die bekannteste Behandlungsmethode ist die Klangtherapie. Das Ziel der Klangtherapie ist das Gehirn zu trainieren, das Pfeif-Geräusch als unwichtig einzustufen und dadurch weniger stark wahrzunehmen.

Hörgeräte

Hörgeräte können helfen, das Ohrenpfeifen zu lindern.

Entspannungsübungen

Yoga, Meditation, Schlafhygiene und Entspannungsübungen im Allgemeinen helfen bei der Linderung. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Leidenden.

In jedem Fall sollten Sie bei einem Tinnitus Ihren HNO-Arzt oder Akustiker aufsuchen. Eine frühzeitige Erkennung kann die Heilungschance erhöhen.


**Quelle:

Zusammenhang Hörgeräte und Tinnitus

In über 80% der Fälle erklären Personen, ein gut eingestelltes und auf die Eigenschaften des Hörverlusts sowie des Tinnitus abgestimmtes Hörgerät bringe Linderung.

Die heutigen modernen Hörgeräte haben eine Zusatzfunktion, die den Ohrengeräuschen entgegenwirken kann. So sind diese Geräte nicht nur darauf abgestimmt die Hörfähigkeit zu verbessern, sondern auch das Ohrenrauschen zu minimieren. Hörgeräte können die Lebensqualität von Personen mit einer Hörminderung, sowie die der Tinnitus-Betroffenen deutlich steigern.

Ein Hörgerät zu verwenden lohnt sich insbesondere, wenn ein Hörverlust sowie ein chronischer Tinnitus bestehen. Die Hörgeräte sind mit einem Noiser-Programm ausgestattet, der ein Gegengeräusch erzeugt um vom eigentlichen Ohrenrauschen abzulenken. Der Betroffene konzentriert sich auf das Gegengeräusch und vergisst so das Pfeifen in seinem Ohr. In einigen Fällen kann es vorkommen, dass der Betroffene nach einiger Zeit des Tragens, seinen Tinnitus auch ohne Hörgerät nicht mehr hört.

Verschiedene Hörgeräte-Anbieter haben die Funktion eines Tinnitus-Noiser in ihre Hörgeräte integriert. Bei Audika führen wir verschiedene Hörgeräte mit dieser Funktion. Eines davon ist das  Hörgerät. Die Oticon OpnTM Geräte haben das Programm «Tinnitus SoundSupportTM» eingebaut. Die Funktion des «Tinnitus SoundSupportTM»-Systems hat die gleiche Wirkung wie ein Noiser-Programm.

Lesen Sie mehr über Tinnitus «SoundSupportTM» von Oticon:

Wichtig: Der HNO-Arzt muss den Tinnitus-Fall zuerst abklären, bevor ein Hörgerät für die Behandlung eingesetzt werden kann.

Die Hörgeräte mit dem Noiser-Programm müssen vom Hörgeräteakustiker individuell angepasst und eingestellt werden. Nur so können Sie maximal davon profitieren. Wir haben über 80 Hörcenter in der ganzen Schweiz. Finden Sie hier Ihr nächstes Hörcenter!

Folgeerkrankungen

Rund 95% aller Tinnituserkrankten haben auch einen Hörverlust aufzuweisen. Zusätzlich gibt es weitere Folgeerkrankungen, die individuell sind und von anderen Faktoren abhängen können:

  • Depression & depressive Stimmung
  • Schlafprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Nacken- & Muskelverspannungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Gereiztheit
  • Kieferverspannungen & Zähneknirschen
  • Ohrenschmerzen
  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Angstzustände
  • Hörverlust

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Tinnitus kennt kein Alter, trotzdem ist die Mehrheit der Betroffenen über 50 Jahre alt. Das Ohrenrauschen ist in jedem Alter unangenehm, aber vor allem ältere Menschen tendieren dazu, sich sozial zurückzuziehen.

Mit einem Tinnitus kann man gut leben und es gibt einige Linderungsmethoden. Informieren Sie sich bei Ihrem HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker über die verschiedenen Methoden.

Es gibt keine Garantie um Ohrengeräusche vorzubeugen. Trotzdem haben wir Ihnen einige Tipps zusammengestellt, die helfen können.

Gönnen Sie sich Entspannung

Nehmen Sie sich Zeit für sich und entspannen Sie sich von Zeit zu Zeit. Yoga, Meditation und weitere Entspannungstechniken können hilfreich sein.

Vermeiden Sie übermässigen Lärm

Hören Sie auf Ihre Ohren und gönnen Sie ihnen eine Pause. Das bedeutet, dass Sie ab und zu den Kopfhörer aus den Ohren ziehen und keine laute Musik hören sollten. Bei Konzerten und Aktivitäten, die einem hohen Geräuschpegel ausgesetzt sind, empfehlen wir das Tragen von Gehörschutz.

Ernähren Sie sich gesund

Ein gesunder Lebensstil kann vorbeugend wirken gegen das Ohrenpfeifen. Denn Nikotin, hohe Cholesterinwerte, Flüssigkeitsmangel und Koffein können die Blutgefässe verstopfen und die Sauerstoffzufuhr verengen.

Passen Sie auf Ihre Ohren auf

Ein einfacher Trick zur Vorbeugung von Tinnitus ist es Ihre Ohren zu schützen. Ohren haben einen Selbstreinigungs-Prozess entwickelt, führen Sie deshalb keine externen Gegenstände in Ihr Ohr. Das gilt auch für Wattestäbchen. Wollen Sie Ihre Ohren putzen, benutzen Sie dazu einen weichen sauberen Lappen, den Sie kurz benässen. So können Sie überschüssigen Ohrenschmalz entfernen. Aber seien Sie vorsichtig das Ohr nicht zu beschädigen und zu weit hinein zu dringen.

Lesen Sie in unserem Blog-Artikel mehr darüber, wie Sie Ohrenschmalz korrekt entfernen können:

In den meisten Fällen bessert sich das Ohrenpfeifen im Verlauf der Behandlungen von selbst. Zum Teil gehen sogar die Ohrengeräusche ganz weg. Oder Sie lernen damit umzugehen. Wie lange der Weg ist, hängt individuell von jedem Menschen ab.

Manchmal nützen keine Methoden und Sie müssen damit klarkommen. Hier noch einige Tipps, für einen leichteren Umgang:

  • Meiden Sie Stille. Vielen Tinnitus-Betroffenen hilft es während der Schlafenszeit leichte Hintergrundmusik zu hören um von den Geräuschen abzulenken. Hören Sie dazu beruhigende Musik.
  • Stressabbau. Verringern Sie Ihre Stresssituationen. Bewährte Methoden sind Yoga-Übungen und Meditation. Heutzutage gibt es viele Apps für Ihr Smartphone, mit welchen Sie Meditation selbst ausüben können.
  • Bleiben Sie aktiv. Tinnitus ist keine Krankheit! Führen Sie deshalb Ihren aktiven Lebensstil fort. Aktiv sein hilft abzulenken und die Aufmerksamkeit auf die angenehmen Dinge im Leben zu legen.
  • Finden Sie Leidensgenossen und reden Sie offen darüber. Es geht vielen Menschen gleich wie Ihnen: Suchen Sie den Kontakt zu anderen Menschen mit einem Tinnitus und reden Sie offen über Ihre Symptome. Das kann helfen Ihr Ohrenrauschen besser zu verstehen und damit umzugehen.

Wenn Sie an einem Tinnitus leiden, denken Sie daran: Sie sind nicht alleine. Eine grosse Anzahl der Bevölkerung geht die gleichen Strapazen durch wie Sie. Sollten Sie dennoch ratlos sein und nicht weiterwissen, begleiten unsere Hörgeräteakustiker Sie gerne auf Ihrem Weg. Vereinbaren Sie einen persönlichen Beratungstermin in Ihrem nächsten Audika Hörcenter.

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